Themenabend Bildung in der neuen Aula in Neu Zittau

IHK gab teilweise bedenkliche 
Zahlen bekannt
Die Fraktion "bürgernah" in der Gemeindevertretung von Gosen-Neu Zittau setzt die initiierte Reihe der Themenabende unter Leitung von Fraktionschef und Gemeindevertreter Günter Sierakowski (parteilos) fort. So fanden am 7. Juni 2015 rund 80 Gäste, darunter 8 von 16 Gemeindevertretern, den Weg in die neue Aula der Docemus-Schule am Bildungsstandort Neu Zittau.

Mit dabei Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterin und Schulleiter und Kita-Leiterin sowie
Referintinnen der Handwerkskammer Frankfurt/ Oder, der Ostbrandenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Technischen Hochschule Wildau. Alle kamen zu Wort und gaben interessante, teilweise verblüffende sowie nachdenkliche Eindrücke aus den jeweiligen Bereichen. Eine anschließende Diskussion des rund drei Stunden andauernden Abends verdeutlichte weitere Schwerpunkte, wie Ausbildung, Erziehung und das Zusammenwirken der Akteure. Azubis wechseln viel häufiger als zuvor den Ausbildungsplatz, da ein Überangebot an Lehrstellen besteht. Das begründet sich widerum teilweise in unzureichender Kompetenz der Bewerber. Dabei besteht ein nur dreiprozentiger Ausländeranteil. Kontakte zum Beispiel nach Spanien in Kooperation mit allen Beteiligten soll Abhilfe schaffen. 

Zwei Schüler berichteten von ihrer Arbeit als Praktikanten in den beiden Kita-Häusern der Gemeinde Gosen-Neu Zittau. Anhand von Beispielen erläuterten sie die durchgeführten Angebote und das Zusammenwirken von Kita und Schule. Die Projekte der Grundschule und Kita wiesen den Weg in die Zukunft. Konkrete Projekte die Spielplatzgestaltung hinter der Kita Rappelkiste sowie der Flächengestaltung des durch die Gemeinde unlängst erworbenen Grundstücks zur Schulhofnutzung beziehen Kinder und Eltern ein. 

Betont wurde auch, dass es sich bei Privatschulen nicht um Eliteschulen handele. Zwischen 11 und 13 Jahren müssen Kinder und Eltern die schwierige Entscheidung treffen, ob Abitur oder nicht. Beihilfe leisten die Institutionen mit einem umfangreichen Informations- und Unterstützungsangebot. Aktuell können nur 54% der Ausbildungsplätze besetzt werden, Tendenz seit einigen Jahren stark fallend. Dabei wollen mehr als 75% der Eltern, dass ihre Kinder studieren. Das größte Problem stellt der demografische Wandel dar. Es fehlen in den Betrieben einfach die Leute. Grundsätzliche Ausbildung in der produktiven Arbeit, wie es in der DDR praktiziert wurde, kann heutzutage so nicht durchgeführt werden. Handwerkskammern bieten zwar derartige Praktika an, jedoch die Kosten sind von der Industrie zu tragen. Die Abrufe dieser Maßnahmen sind unterdurchschnittlich. 

Ausdrücklich bedankte hatte sich die Fraktion "bürgernah" für die Möglichkeit der Nutzung der nagelneuen Aula des Docemus-Campus Neu Zittau für ihren Themenabend. Frank Kurbjuhn, Schulleiter der Einrichtung sagte, dass "der heutige Abend dieser ersten Veranstaltung in der Aula Platz bietet. Noch am selben Tag wurden die Handwerker fertig und hatten zum Beispiel die Verdunkelungsvorhänge angebracht". 

Weitere Themenabende sind in Vorbereitung", so Günter Sierakowski zum Abschluss des Abend.


In einer Pressemitteilung von Fraktionsvorsitzenden Günter Sierakowski wurde folgende Information bekannt gegeben:

Es gab wieder viel Interessantes zu erfahren, beim Themenabend der Fraktion „bürgernah“, diesmal zum Thema „Bildung und Betreuung in Gosen-Neu Zittau – von der Kita zum Gymnasium“ und zu der Frage „Bereiten wir unsere Kinder auf das Leben gut vor?“

Für Schüler, Eltern, Pädagogen, Sozialfachkräfte, Träger und Kommunalpolitiker der Gemeinde Gosen-Neu Zittau und aus Nachbargemeinden führte die Fraktion „bürgernah“ der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau am 07. Mai 2015 einen weiteren Themenabend durch. Schwerpunkt dieses Abends war die Beleuchtung und Hinterfragung der Qualität der Übergänge Kita – Grundschule | Grundschule – weiterführende Schule | Schule – Berufsausbildung/Studium. Im Eröffnungsvortrag erklärte Günter Sierakowski, Vorsitzender der Fraktion „bürgernah“, das Motiv für die Veranstaltung und die gemeinsame Verantwortung für das Wohl des Kindes von Eltern/Familie, Bildungs- und Betreuungseinrichtung und Kommune, nannte das Motivieren von Leistung, das Ermutigen zu Selbstbewusstsein, das Wertschätzen von Engagement und die Freude am Lernen notwendige Unterstützung für die Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens, ging auf zukünftige Anforderungen der globalen digitalen Arbeitswelt ein, und zeigte auf, dass Bildung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen den Abgeordneten in der Gemeindevertretung von Gosen-Neu Zittau wichtig ist und verdeutlichte dies mit dem Beispiel, dass die Gemeinde rund 30 Prozent der Haushaltsmittel für 2015 für Bildung, Jugend und Sport zur Verfügung stellt. Günter Sierakowski ergänzte seinen Beitrag mit Beispielen verschiedener außerschulischer Bildungs-und Betreuungsangebote in Gosen-Neu Zittau, wie der Sportvereine für Judo und Fußball, der Freiwilligen Feuerwehren, des Kultur- und Kunstvereins „animus“ , der neuen Möglichkeiten zum Stand-up-Paddling „Spreeboard“ und beendete seinen Einführungsvortrag mit der Vorstellung des anwesenden neuen Leiters des Jugendclubs „GONZOS“, Martin Bellack. 


Die nun folgende Fachvortragsreihe startete mit einem Beitrag von Silke Hartwig von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg zum Thema „Herausforderungen für Ostbrandenburger Unternehmen in der beruflichen Bildung“ mit Unterstützung von Michaela Schmidt von der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Neben den Anforderungen aus dem demografischen Wandel und deren Auswirkungen auf die Zahl der Ausbildungsbetriebe zeigte Silke Hartwig anhand einer IHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung im Land Brandenburg die Zunahme von Ausbildungshemmnissen auf, wie
  • die mangelnde Qualität der Bewerbungen,
  • die mangelnde Ausbildungsreife und
  • unklare Berufsvorstellungen.
  • Als Hauptmängel bei der Ausbildungsreife nannte Silke Hartwig an erster Stelle
  • Leistungsbereitschaft und Motivation gefolgt von
  • Belastbarkeit,
  • mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen,
  • elementare Rechenfertigkeiten,
  • Umgangsformen.
Zum Abschluss ihres Fachvortrages zeigte Silke Hartwig vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Berufsorientierung durch die IHK und HWK auf und nannte die Aufwertung der Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung sowie mehr Praxis in der Berufsvorbereitung als Ziele der Allianz für Aus- und Weiterbildung in den Jahren 2015-2018. Im anschließenden Beitrag der Technischen Hochschule Wildau stellte Larissa Wille die „Kinder-Uni“ für Schüler im Alter von 8 bis 12 Jahren vor, die Lust haben, einmal Uni-Luft zu schnuppern oder sehen wol-len, wie es in einem Hörsaal zugeht. Professoren und Dozenten der Hochschule möchten den Schülern Rätselhaftes und Unbekanntes näher bringen, gemeinsam sonderbare Naturphänomene entschlüsseln und technische Vorgänge mit einfachen Worten erklären. Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz. Ziel der „Kinder-Uni“ ist bei Schülern frühzeitig das Interesse an Wissenschaft und Technik zu wecken und Lust aufs Lernen zu machen. Alle Vorlesungen der Kinder-Uni an der TH Wildau sind kostenlos. Sie werden an fünf Samstagen gehalten und dauern jeweils 45 Minuten. Die Eltern verfolgen die Vorträge per Videoschaltung in einem Nachbarraum. Das nächste Wintersemester der Kinder-Uni startet an der TH Wildau am 27.09.2015. Mit einer Information über das Beratungsangebot der TH Wildau zur Studienorientierung für Gymnasiasten rundete Larissa Wille ihren Vortrag ab. 

An dieser Stelle von mir nur am Rande erwähnt, weil vielleicht nicht uninteressant: Die Technische Hochschule Wildau ist die zur Gemeinde Gosen-Neu Zittau mit der geringsten Entfernung gelegene Hochschule mit Bachelor- und Master-Studiengängen. Nachdem in den ersten beiden Vorträgen aufgezeigt wurde, welche Fähigkeiten und Reife die künftige Arbeitswelt sowie die Berufs- und Studienausbildung von den Schülern erwartet, stellten anschließend die Leiter der Neu Zittauer Bildungseinrichtungen in ihren Vorträgen die Angebote zur frühkindlichen Bildung, zur Vorbereitung auf das Schulleben und die Fortsetzung der lebens- und praxisnahen Bildung in den weiterführenden Schulen (Oberschule, Gymnasium, Fachoberschule) im Docemus Campus vor. Ines Ziller, Leiterin der Häuser „Rappelkiste“ und „Schlumpfenland“ der Kita in Gosen-Neu Zittau, erklärte in ihrem Vortrag „Die frühkindliche Bildung in Gosen-Neu Zittau“, wie sie und ihre Mitarbeiter den Kindern elementare Bildung vermitteln, körperliche Bewegung und Gesundheit fördern und die Natur begreifbar machen. Sehr viel Aufmerksamkeit und Wert legt Ines Ziller auf die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, nicht nur, aber ganz besonders in der Eingewöhnungsphase und erklärte, was „begleitete Eingewöhnung“ für die Eltern und die Kita bedeutet. Zur Förderung der kindlichen Entwicklung zur Selbstständigkeit bis zur Schulreife stellte Ines Ziller das in der Kita angewendete Qualitätsmanagement in Schwerpunkten vor und erklärte den gemeinsamen Orientierungsrahmen für die Bildung in der Kindertagesbetreuung und Grundschule zur Vorbereitung auf die Schule.
 

Hier knüpfte Kerstin Catholy, Leiterin der Grundschule, mit ihrem Beitrag „Der Start in das Schulleben“ an, schilderte die intensive und frühzeitige gemeinsame Vorbereitung mit den Kindern, Eltern, Kita-Erziehern und Lehrern auf den ersten Schultag und stellte den Bildungsweg in der öffentlichen allgemeinbildenden Grundschule „An der Spree“ in Neu Zittau vor. Dabei hob sie besonders das Erlernen der Kernfähigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben sowie die praxisorientierte Wissensvermittlung und –anwendung im Fachunterricht für Wirtschaft, Arbeit und Technik (WAT) hervor. Weiter betonte Kerstin Catholy die Bedeutung von Bewegung und Sport für die rund 150 Schülerinnen und Schüler in der Grundschule und berichtete über die gemeinsame Nutzung der sich auf dem Schulgelände befindenden Turnhalle und des Sportplatzes mit den Docemus-Privatschulen. In diesem Zusammenhang berichtete Kerstin Catholy über die aktuelle konzeptionelle Vorbereitung der Schulhoferweiterung für eine bessere Pausen- und Hortgestaltung. Gesunde Kinder und der Spaß am Lernen sind für Kerstin Catholy „Herzensache“.

Die möglichen Bildungswege in Gosen-Neu Zittau weiter skizzierend, erläuterte Frank Kurbjuhn, Direktor Docemus Campus Neu Zittau, das humanistische und praxisorientierte Bildungskonzept der weiter-führenden Schulen der Docemus Privatschulen (Gymnasium, Oberschule, Fachoberschule) in seinem Vortrag „Vermittlung von Wissen, Entwicklung von Kompetenzen, Erziehung im humanistischen Sinn“. Ein wesentlicher Baustein der Bildung am Docemus Campus ist „Das Lernen lernen“. Hierfür wenden die Pädagogen und Schüler der Docemus Privatschulen einen eigenentwickelten fächerübergreifenden Methoden- und Kompetenzkatalog an, der aufzeigt, wie Lernen leicht fallen kann und Spaß macht. Frank Kurbjuhn nannte Beispiele zu Schlüsselkompetenzen in sozialen, individuellen und fachlichen Bereichen, auf denen besonders Wert gelegt wird, um zu einem selbstbestimmten lebenslangen Lernen zu befähigen. „Wissen und Lernen nicht um ihrer Selbstwillen, sondern als Mittel zur Persöhnlichkeits-entwicklung“, das ist das Leitbild der weiterführenden Docemus Privatschulen. Am Schluss seines Vortrages informierte Frank Kurbjuhn über die weitere Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden Jahren, diese schrittweise von derzeit 250 auf rund 450 Schülerinnen und Schüler am Docemus Campus Neu Zittau weiter zu entwickeln.


Die Skizze des praxisorientierten Bildungsweges in Gosen-Neu Zittau rundeten Sabine Willer, Pädagogin an der Docemus Bertha-von-Suttner-Fachoberschule, mit ihrem Vortrag „Das Leben in die Schule holen, praxis- und lebensnahe Vermittlung von Unterrichtsinhalten“ zusammen mit den Schülern Lisa Schulz und Max Lange ab, die Projektbeispiele ihrer fachpraktischen Ausbildung im Fachgebiet „Sozialwesen“ in den Häusern der Kita unserer Gemeinde sehr anschaulich und eindrucksvoll präsentierten. Das war ein runder Abschluss und ganz besonderes High-Light unseres Themenabends. Vielen Dank an Lisa und Max.


Im Anschluss an unsere Vortragsreihe gaben die Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Technischen Hochschule Wildau an ihren Präsentationsständen weitere Informationen und Unterlagen zum Mitnehmen. Zurück zur Eingangsfrage dieses Themenabends: „Bereiten wir unsere Kinder auf das Leben gut vor?“ Die Gemeinde Gosen-Neu Zittau bietet beste Voraussetzungen für gesundes Lernen in der Natur, in einer nahen Wald- und Wasserlandschaft, wo Sporteinrichtungen direkt auf dem Schulgelände liegen und diese auch außerschulisch genutzt werden können. Das Bildungszentrum in Gosen-Neu Zittau ist mit dem öffentlichen Personennahverkehr gut erreichbar. Danke allen Erzieherinnen und Erziehern, allen Pädagoginnen und Pädagogen, allen sozialen und technischen Fachkräften für das integrative Bildungskonzept, für ihr tägliches Engagement und die gute Zusammenarbeit. Sie leisten einen großen Beitrag für eine familienfreundliche Gemeinde. Herzlichen Dank. Unter den Gästen und Teilnehmern waren: Anja Grabs, Kreistagsabgeordnete Oder-Spree aus der Gemeinde Gosen-Neu Zittau Herbert Bothe, Vorsitzender des Sozialausschusses in der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau und Mitglied des Ortsbeirates Neu Zittau Sven Mentzel, Vorsitzender der Fraktion SPD & Freunde in der Gemeindevertretung Gosen-Neu Zittau und Vertreter des Schulträgers in der Schulkonferenz der Grundschule Neu Zittau Claudia Warmuth, Ressortleiterin Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung Erkner Erik Nickel, CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung Erkner, Torsten Weyer vom Verband Netzwerk „Zukunft.Schule und Wirtschaft für Brandenburg“ (Dieser Verband richtet sich an Schulleitungen und Lehrkräfte im Land Brandenburg, die ihre Schüler in hervorragender Weise begleiten und zeichnet Schulen mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung aus.)
 

Vielen Dank allen Rednern, Gästen, Teilnehmern und Mitorganisatoren, die für das gute Gelingen des Themenabends beigetragen haben. Ganz besonders bedanke ich mich bei Jens Brügmann, Geschäftsführer der Docemus Privatschulen, und Frank Kurbjuhn, Direktor Docemus Campus Neu Zittau, für die Nutzung der neuen sehr schönen Aula als Veranstaltungsort für diesen Themenabend. Herzlichen Dank.

Die TH Wildau wurde durch Larissa Wille vertreten
Kita-Chefin Ines Ziller berichtet von der frühkindlichen Erziehung
Nagelneu: Die Aula der Docemus-Schule Neu Zittau
Lisa Schulz und Maximilian Lange (v.r.) berichteten vom Kita-Praktikum

Schulleiter Frank Kurbjuhn vom Docemus-Campus Neu Zittau
Vertreterin der Handwerkskammer in der Diskussion

Grundschulleiterin Kerstin Catholy erzählte von ihrem Alltag an der Schule
Im Nachgang: Herstellung Sitzordnung zur am Folgetag stattfindenden Deutschprüfung

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