Infoabend zur Kriminalitätslage und Prävention in Gosen-Neu Zittau am 23.04.2015

Einbruchspuren. Foto: Polizei
Zu einem öffentlichen Informationsabend zur Kriminalitätslage und Prävention in Gosen-Neu Zittau lädt die Gemeindevertretungsfraktion "SPD & Freunde" am 23. April 2015 um 19 Uhr in den Saal des "Märkischen Hof" Gosen an der Storkower Straße. Mit Vertretern der Polizei aus Fürstenwalde und Erkner wird es zum Thema einen Überblick geben. 

Einwohner verunsichert
Die in den vergangenen Monaten aufgetretenen Straftaten in der Gemeinde Gosen-Neu Zittau sowie der Umgebung beschäftigt die Einwohner. Die Anzahl von Einbrüchen und Diebstählen ist
in der Wahrnehmung gestiegen. Dies führt unter anderem zu Initiativen, wie das Anbringen von anonymen Zetteln an verschiedensten Orten in der Gemeinde. So ziert an den Gemeindekästen vor dem Gemeindebüro in Neu Zittau und am Gosener Busplatz, geduldet von Amt und Bürgermeister, seit mehreren Wochen ein derartiger Hinweis auf z.B. einen dunklen LkW "Vito" mit polnischen Kennzeichen. Der/die unbekannte Verfasser/in fordert zur Wachsamkeit bei Erblicken eines derartigen Fahrzeuges auf.

Kriminaltitätsstatistik frisiert
Unlängst stellte Brandenburgs Innenminister Schröter (SPD) die Kriminalitätsstatistik 2014 vor. Demnach ist die Zahl der Straftaten unverändert hoch. So liegt die Zahl der Straftaten bei rund 196.000 Fällen. Die Aufklärungsquote ist um etwa 2 auf 52,4 Prozent gesunken. 

Dabei gibt es den Vorwurf, dass die Statistik in der Polizeidirektion West (Potsdam und Umland) nicht nach den Vorschriften des Bundeskriminalamtes (BKA) geführt und geschönt worden war. In der Polizei heißt es Intern, dass die falsche Zählweise, die den Segen des damaligen Polizeipräsidenten Feuring hatte, bereinigt werden sollte. Brandenburgs Innenministerium räumte Ende März 2015 indirekt ein, dass seit August 2013 und das ganze Jahr 2014 über die Kriminalitätsstatistik frisiert wurde. 

Während landesweit nach korrekter Erfassung von Straftaten die Kriminalitätsrate 2014 um zwei Prozent höher lag als nach der von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) jetzt kassierten Methode, fiel die Differenz in der Polizeidirektion West noch höher aus. Hier beträgt der Unterschied 3,26 Prozent. Konkret musste die Zahl aller nach der beschönigenden Methode im vergangenen Jahr in der Direktion West erfassten Straftaten um 1813 nach oben korrigiert werden. Insgesamt hat die Polizei demnach in dieser Direktion im vergangen Jahr 57.245 Straftaten registriert. Beim Diebstahl aus Kellern fällt die Kriminalität nach der nun wieder eingeführten bundesweit einheitlichen Erfassung nach Richtlinien des BKA um 16 Prozent höher aus, bei Diebstahl aus Gärten um 14 Prozent, aus Bungalows und Lauben um 15 Prozent, bei Diebstahl aus Garagen um mehr als 10 Prozent.

Wachsende Aufgaben - Weniger Personal
Ursprünglich sah eine Polizeireform den Abbau auf 7.000 Beamte im Land Brandenburg bis 2020 vor. Aktuell hatte sich die Regierungskoalition aus SPD und Die Linke geeinigt, 7.800 der aktuell 8.200 Stellen zu behalten. Es wird jedoch die Anzahl der Polizisten bis 2018 wegen Altersabgängen auf 7.600 Beamte sinken. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen darin eine Gefahr für sich selbst. Unkenntnis und Verharmlosung führen zu scharfen Reaktionen in Sachen Einbrüchen und Eröffnung und Planung von Flüchtlingsheimen in der Nähe, wie Niederlehme, Erkner und Köpenick. Hier ist Aufklärungsarbeit der Beteiligten von Gemeinde, Amt und Polizei gefragt und dringend notwendig.





1 Kommentar:

  1. Thomas Schölzchen8. April 2015 um 20:17

    Richtig. Aufklärung und sachliche Information ist wichtig und dem soll diese Veranstaltung dienen. Fachlich kompetente Referenten sind eingeladen, informieren über die tatsächliche Lage in unserer Gemeinde, geben Tipps, wie man sein Eigentum sichern kann und können von den Bürgern auch sofort befragt werden. Wir freuen uns auf hoffentlich rege Teilnahme.

    Thomas Schölzchen
    stellv. Fraktionsvorsitzender SPD & Freunde

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