Da fliegen die Späne - Biber an der Spree

Biberspuren am 
Neu Zittauer Spreeufer
von André Organiska 

In letzter Zeit immer häufiger an den Wasserläufen der Region sichtbar: Biber fällen Bäume. 

So aktuell zu sehen am gegenüberliegendem Spreeufer des ehemaligen "Volkshauses" im Ortsteil Neu Zittau der Gemeinde Gosen-Neu Zittau. Mittlerweile drei Pappeln liegen akkurat gefällt im Spreewasser.
Wie und wozu tun die Tiere das? Während andere Tiere Winterschlaf halten oder nach dürrem Gras herumsuchen, bleibt der Biber am Fluss und frisst kiloweise Rinden von Weidenbäumen. Er ist reiner Vegetarier. 

Am besten schmecken die feinen Zweige und Knospen hoch oben in den Kronen. Doch wie soll das 20 bis 30 Kilogramm schwere Tier dort hinauf kommen? Klettern geht nicht. Der Biber ist lediglich fürs Schwimmen und Tauchen eingerichtet. Also legen die Biber die Gehölze kurzerhand flach und verzehren ihr Picknick gemütlich am Boden oder im Wasser. Im Sommer stehen übrigens auch allerlei Kräuter, Maiskolben und Früchte auf dem Menüplan, je nach dem, was sich in unmittelbarer Wassernähe finden lässt. Als Holzfäller sind die Biber mit Hightech ausgerüstet: Ihre Kiefer sind derart muskulös gebaut, dass sie mit 80 Kilogramm Druck loshobeln können. Die Zähne der hervorragenden Bauingenieure schleifen sich dabei gleich selbst laufend nach. Ob hart oder weich, die dicksten Stämme fallen innerhalb einer Nacht, wenn es sein muss. Zudem verwenden Biber das anfallende Holz, um ihr Flüsschen auf die bevorzugte Wassertiefe zu stauen oder um ihren Bau einzurichten. Dabei steht der Biber unter Schutz. 

"Man könne und dürfe da nichts machen" so Amtsdirektor Schröder in einer der letzten Gemeindevertretersitzungen. "Biber dürfen alles", furh er fort. Und tatsächlich. Eine Vergrämung oder Bekämpfung ist strengstens untersagt. Die Folgen können und werden allerdings beseitigt. In die Fahrrinne gefallene Gehölze werden im Auftrag des Umweltamt des Landkreises vom Landschaftsplegeverband "Untere Spree" entfernt. Allerdings nicht sofort und nicht auf Zuruf. Es sei denn, es drohen Überschwemmungen. Davon ist bei den aktuellen Aktivitäten des Nagers an der Spree in Neu Zittau nicht auszugehen. Die Population ist hierfür zu gering. Also keine Panik. 



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